Die Baugeschichte

Ausschnitte Architekturskizze der Lutherkirche aus dem Jahre 1898 (Bild: Soldan Kommunikation)
Die Lutherkirche gestern und heute
Das 19. Jahrhundert, die Zeit der Industrialisierung war für Bad Cannstatt eine wirtschaftliche Blütezeit und Glanzzeit Cannstatts als Badestadt, dessen Entwicklung König Wilhelm I. förderte. Es entwickelte sich eine blühende Industrie die Arbeitsplätze schuf und eine rege Bautätigkeit zur Folge hatte, die viele Menschen nach Cannstatt lockte. Als Bad Cannstatt 1905 mit Stuttgart vereinigt wurde zählte die Stadt 32.777 Einwohner wovon 25.946 evangelische Christen waren.

Eine neue Kirche wird notwendig
Die Stadtentwicklung Bad Cannstatts hatte auch Auswirkungen auf die evangelische Kirchengemeinde. Die 1506 erbaute Stadtkirche Cannstatts wurde den Anforderungen nach einem zeitgemäßen Kirchenbau nicht mehr gerecht und konnte an den Festtagen die vielen Besucher nicht mehr fassen. der Neubau einer weiteren Kirche wurde notwendig.
Der eigens für dieses Vorhaben 1893 gegründete Kirchenbauverein veran - staltete 1895 einen Architekten - wettbewerb, auf den 37 Entwürfe eingingen. Die Architekten Böklen und Feil, die den Entwurf einer neugotischen Kirche vorlegten, erhielten schliesslich den Zuschlag. Ihre Vorstellung von einem Ziegelbauwerk kam dem Wunsch der Kirchenbehörde entgegen, ein äußerlich schlichtes aber würdiges Gotteshaus zu bauen. 450.000 Reichsmark wird der Bau der Lutherkirche kosten.

Die Lutherkirche wird gebaut
Am 17. Mai 1898 wurde der erste Spatenstich ausgeführt und am 12. Oktober desselben Jahres der Grundstein für die Kirche gelegt. Ein Jahr später, am 6. November 1899 konnte bereits das Richtfest gefeiert werden. Am 25. November, dem 1. Advent des Jahres 1900 wurde schliesslich die Lutherkirche in Gegenwart von König Wilhelm dem I., der auch Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg war, Königin Charlotte, Herzogin Wera und zahlreichen Vertretern von Staat, Gemeinde, Kirche und Militär eingeweiht
