Die Lutherkirche Bad Cannstatt


Die Cannstatter Lutherkirche an der Waiblinger Straße wurde im Jahr 1900 gebaut. Nach Plänen von Richard Böklen und Carl Feil errichtet, zählt sie zu den ersten aus Backstein gebauten Kirchen Süddeutschlands.
 
Als Vorbild könnte man die gotischen Backsteinkirchen Norddeutschlands sehen wollen; tatsächlich aber zitiert die Lutherkirche zum einen den Stil französischer Kathedralen und zeigt zum anderen eine eigenständige Architektur.
 
Grundlage des Baus war nämlich das so genannte "Eisenacher Regulativ" der evangelischen Kirchen Deutschlands von 1861: gedrungener Grundriss, Überblick gewährende Seitenemporen, großzügige Lichtführung der Fenster und dauerhaftes Material.
 
Doch opferten die Architekten die Schönheit nicht der Zweckmäßigkeit. Den Turm zieren kleine Ecktürmchen, Pflanzendekors schmücken die Kapitelle. Im Februar 1944 wurden Chor und Sakristei zerstört.
 
Wiedereinweihung war 1950, eine Innenrenovierung dreißig Jahre später abgeschlossen. Besonderer Schmuck sind die Fenster von Wolf-Dieter Kohler im Chor.

Seit dem Jahr 2005 wird die Lutherkirche aussen saniert. Die Sanierung ist bereits teilweise abgeschlossen. So mussten unter anderem die Ziegelsetine in großer Zahl ersetzt werden und das Dach wurde neu gedeckt.
 
Ebenfalls im Jahr 2005 erhielt die Seitenkapelle der Lutherkirche ein neues Glasfenster, das die Künstlerin Regine Schönthaler in modernem Stil mit bunten Farben gestaltet hat.  
 
 
 
 
 


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